Für Kinder und Jugendliche
Vielleicht hast du selbst das Gefühl, dass du Unterstützung brauchst. Vielleicht haben deine Eltern oder andere Menschen vorgeschlagen, mit einer Psychotherapeutin zu sprechen. Hier erfährst du, was Psychotherapie bedeutet und was dich bei einem ersten Gespräch erwartet.
Was ist Psychotherapie?
Mit „Psyche“ ist gemeint, wie wir denken, fühlen und Dinge erleben. Wenn Sorgen, Ängste oder andere seelische Beschwerden sehr belastend werden, kann eine Psychotherapie helfen.
Dabei geht es darum, gemeinsam besser zu verstehen, was dich beschäftigt und was dir Schwierigkeiten macht. In Gesprächen und passenden Übungen kannst du neue Möglichkeiten kennenlernen, damit umzugehen. Auch deine Stärken und das, was dir bereits hilft, sind wichtig.
Wann kann Unterstützung hilfreich sein?
Traurig, wütend oder ängstlich zu sein, gehört zum Leben dazu. Wenn solche Gefühle jedoch sehr stark werden, länger anhalten oder deinen Alltag deutlich erschweren, ist es sinnvoll, Unterstützung zu suchen.
Vielleicht kennst du etwas davon:
- Du hast oft Angst, zum Beispiel vor der Schule, Prüfungen oder bestimmten Situationen.
- Du fühlst dich häufig traurig, leer oder allein und hast kaum noch Freude an Dingen, die du sonst gern machst.
- Du wirst schnell sehr wütend und weißt anschließend nicht, wie es dazu gekommen ist.
- Streit, Ausgrenzung oder Mobbing belasten dich.
- Du hast etwas Erschreckendes erlebt, das dich weiter beschäftigt.
- Gedanken oder bestimmte Handlungen drängen sich immer wieder auf und lassen dir wenig Ruhe.
Diese Beispiele bedeuten nicht automatisch, dass du eine psychische Erkrankung hast. In einem ersten Gespräch lässt sich gemeinsam klären, welche Unterstützung zu deiner Situation passt. Du musst dafür nicht erst alles allein ausprobiert haben.
Was passiert beim ersten Gespräch?
Zunächst geht es darum, einander kennenzulernen. Du kannst erzählen, was gerade schwierig ist, was dir wichtig ist und was du dir anders wünschst. Die Therapeutin stellt Fragen, um dich und deine Situation besser zu verstehen.
Du musst nicht sofort für alles die richtigen Worte finden. Auch „Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll“ kann ein Anfang sein.
Du darfst ebenfalls Fragen stellen: Wie würde eine Therapie aussehen? Was könnte sie mir bringen? Und fühle ich mich hier verstanden? Vertrauen kann Zeit brauchen. Ein erstes Gespräch bedeutet noch nicht, dass anschließend automatisch eine längere Therapie beginnt.
Muss ich die ganze Zeit reden?
Gespräche sind ein wichtiger Teil der Psychotherapie. Je nach Alter und Anliegen können auch Spiele, Zeichnungen oder Übungen dazugehören. Gerade jüngeren Kindern kann das helfen, auszudrücken, was sie beschäftigt.
Du darfst nachfragen, warum eine Übung vorgeschlagen wird, und sagen, wenn dir etwas unangenehm ist. Deine Sicht und deine Fragen gehören zur Behandlung dazu.
Welche Rolle spielen meine Eltern?
Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen können dabei helfen, dich im Alltag zu unterstützen. Deshalb können auch Gespräche mit ihnen Teil einer Therapie sein. Es kann gemeinsame Termine geben und Gespräche, bei denen du mit der Therapeutin allein bist. Wie die Bezugspersonen einbezogen werden, hängt unter anderem von deinem Alter und deiner Situation ab.
Bleibt das, was ich erzähle, vertraulich?
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten unterliegen der Schweigepflicht. Persönliche Informationen dürfen grundsätzlich nicht einfach weitergegeben werden.
Bei Kindern und Jugendlichen hängt die Frage, was Eltern erfahren dürfen, unter anderem davon ab, wie gut sie die Behandlung und ihre Bedeutung selbst verstehen und beurteilen können. Bei jüngeren Kindern haben Sorgeberechtigte weitergehende Informationsrechte. Ausnahmen von der Schweigepflicht können zum Beispiel bei einer ernsthaften Gefahr für dich oder andere notwendig sein.
Du kannst schon beim ersten Termin fragen: „Was bleibt zwischen uns, und was müssen meine Eltern wissen?“ Die Regeln sollen dir verständlich erklärt werden.
Wie kann ich Kontakt aufnehmen?
Für ein erstes Gespräch in meiner Praxis erfolgt die Kontaktaufnahme telefonisch. Wenn dir der Anruf schwerfällt, kann dich eine vertraute Person dabei unterstützen.
