Psychotherapie im Jugendalter
Jugendliche erleben viele Veränderungen gleichzeitig. Schule oder Ausbildung, Freundschaften, Familie, der eigene Körper und Fragen zur Zukunft können belasten. Psychotherapie kann einen geschützten Rahmen bieten, um Schwierigkeiten zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Muss ich selbst eine Therapie wollen?
Vielleicht möchtest du selbst Unterstützung. Vielleicht haben zuerst deine Eltern, eine Lehrkraft oder eine Ärztin beziehungsweise ein Arzt ein Gespräch vorgeschlagen. Du darfst unsicher sein und Fragen stellen. Ein erstes Gespräch dient auch dazu herauszufinden, ob du dich verstanden fühlst und welche Hilfe zu deiner Situation passen könnte.
Was passiert im Gespräch?
Du kannst erzählen, was dich belastet, was im Alltag schwierig ist und was du dir anders wünschst. Du musst nicht sofort für alles die richtigen Worte finden. Auch Schweigen, Nachfragen oder der Satz „Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll“ dürfen dazugehören.
Schweigepflicht und Vertrauen
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten unterliegen der Schweigepflicht. Welche Informationen Eltern erhalten dürfen, hängt unter anderem davon ab, wie gut Jugendliche die Behandlung und ihre Bedeutung selbst verstehen und beurteilen können. Ausnahmen können bei einer ernsthaften Gefahr für dich oder andere notwendig sein.
Du kannst schon beim ersten Termin fragen, was vertraulich bleibt und wann andere Personen einbezogen werden müssen. Diese Regeln sollen dir verständlich erklärt werden.
Welche Rolle spielen die Eltern?
Eltern oder andere Bezugspersonen können Veränderungen im Alltag unterstützen. Deshalb können Gespräche mit ihnen Teil der Behandlung sein. Gleichzeitig braucht eine Therapie im Jugendalter Raum für deine eigene Sicht. Wie dieser Ausgleich gestaltet wird, wird gemeinsam besprochen.
Und wenn ich schon volljährig bin?
In einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie können unter bestimmten Voraussetzungen auch junge Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr behandelt werden. Mit der Volljährigkeit entscheidest du grundsätzlich selbst über deine Behandlung. Ob und wie Eltern beteiligt werden, wird mit dir abgestimmt.
Ein erstes Gespräch vereinbaren
Informationen zur telefonischen Anmeldung und zum weiteren Vorgehen findest du unter Ablauf. Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, findest du auf der Seite Notfall sofort erreichbare Unterstützung.
