Unterstützung im Alltag
Wenn Sorgen den Alltag belasten, kann es schwerfallen, einen Anfang zu finden. Ein Gespräch, ein wenig Entlastung oder eine passende Beratungsstelle können erste Schritte sein. Hier finden Kinder, Jugendliche und Eltern Anregungen und Anlaufstellen – auch für die Zeit bis zum Beginn einer Psychotherapie.
Über Sorgen sprechen
Für Kinder und Jugendliche
Du musst nicht schon genau wissen, was mit dir los ist, um dir Unterstützung zu holen. Vielleicht bist du häufig traurig, hast Angst oder merkst einfach, dass dir gerade vieles zu viel wird.
Wende dich an jemanden, dem du vertraust. Das können deine Eltern, eine andere Bezugsperson, eine Lehrkraft oder jemand aus der Schulsozialarbeit sein. Ein Anfang könnte sein: „Mir geht es gerade nicht gut. Kannst du mir zuhören?“
Wenn dir Sprechen schwerfällt, kannst du deine Gedanken auch aufschreiben. Du musst nicht alles auf einmal erzählen. Und wenn dich jemand zunächst nicht versteht, darfst du dich an eine andere Person wenden.
Für Eltern und Bezugspersonen
Wählen Sie möglichst einen ruhigen Moment, um Ihr Kind anzusprechen. Beschreiben Sie, was Ihnen aufgefallen ist, ohne Vorwürfe zu machen: „Ich merke, dass du dich in letzter Zeit oft zurückziehst. Wie geht es dir?“
Hören Sie zu, ohne sofort eine Erklärung oder Lösung finden zu müssen. Was Erwachsenen klein erscheint, kann für ein Kind sehr belastend sein. Fragen Sie, welche Unterstützung sich Ihr Kind wünscht. Wenn es zunächst nicht sprechen möchte, können Sie signalisieren: „Du kannst jederzeit zu mir kommen.“
Auch Sie dürfen sich Unterstützung holen – selbst wenn Ihr Kind noch kein Beratungsangebot wahrnehmen möchte.
Was im Alltag unterstützen kann
Kleine, verlässliche Gewohnheiten können dem Tag Halt geben. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Schlafens- und Essenszeiten, Bewegung, Pausen und Zeit mit vertrauten Menschen.
Überlegen Sie gemeinsam, was gerade guttun könnte: ein Spaziergang, gemeinsames Kochen, Musik oder eine ruhige Beschäftigung. Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden und achten Sie darauf, dass daraus keine zusätzliche Verpflichtung entsteht.
Dabei muss nicht alles gleichzeitig gelingen. Es geht darum, den Alltag etwas leichter zu machen und Raum für Begegnungen zu schaffen, bei denen die Probleme einmal nicht im Mittelpunkt stehen.
Die Wartezeit überbrücken
Das Warten auf einen Therapieplatz kann anstrengend sein. Sie müssen diese Zeit nicht ohne Unterstützung bewältigen. Erziehungs- und Familienberatungsstellen können bei Sorgen und Konflikten begleiten. Bei schulischen Belastungen können auch die Schulsozialarbeit oder der schulpsychologische Dienst erste Ansprechstellen sein. Informationen dazu bietet das Gesundheitsportal des Bundes.
Wenn noch keine erste fachliche Einschätzung stattgefunden hat, kann eine psychotherapeutische Sprechstunde helfen, den Unterstützungsbedarf zu klären. Gesetzlich Versicherte finden Hilfe bei der Terminvermittlung über den Patientenservice. Ein Sprechstundentermin bedeutet noch nicht, dass ein Platz für eine anschließende Therapie verfügbar ist.
Wenn Beschwerden deutlich zunehmen, holen Sie bitte zeitnah ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat ein, statt einen bereits vereinbarten Termin abzuwarten. Alltagstipps und Beratung können entlasten, ersetzen aber keine notwendige Behandlung.
Beratung und hilfreiche Anlaufstellen
Nummer gegen Kummer
Kinder und Jugendliche können hier vertraulich über das sprechen oder schreiben, was sie beschäftigt. Für Eltern und Bezugspersonen gibt es ein eigenes Beratungsangebot zu Sorgen und Schwierigkeiten im Familienalltag. Die Angebote sind anonym und kostenlos.
Zu den Beratungsangeboten der Nummer gegen Kummer →
Onlineberatung für Jugendliche und Eltern
Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung bietet kostenlose, anonyme Beratung durch erfahrene Fachkräfte. Jugendliche von 14 bis 21 Jahren sowie Eltern können sich mit persönlichen oder familiären Fragen an die Beratung wenden. Angeboten werden unter anderem Mailberatung und Chats.
Erziehungs- und Familienberatung vor Ort
Erziehungs- und Familienberatungsstellen unterstützen bei familiären Konflikten, Erziehungsfragen und Belastungen von Kindern und Jugendlichen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Über die Suche der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung finden Sie eine Anlaufstelle in Ihrer Nähe.
Hilfe in Krisensituationen
Wenn sofortige Hilfe nötig ist, finden Kinder, Jugendliche und Eltern auf der Seite Notfall → wichtige Telefonnummern und Anlaufstellen.
